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    Neuer Chef bei der AGV

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    Urs Ribi ist Nachfolger von Hans Ulrich Wenger.

    "Das Milizsystem ist für uns ideal"

    Urs RibiDer 45-jährige Urs Ribi aus Hägglingen wird oberster Feuerwehrmann.
    HANNY DORER (AZ vom 27.11.06)

    Offiziell tritt er sein Amt am 1. April 2007 an. Urs Ribi, designierter Nachfolger von Hans Ulrich Wenger als Abteilungsleiter Feuerwehrwesen im Aargauischen Versicherungsamt (AVA), stellte sich und seine Visionen an der Delegiertenversammlung des Aargauischen Feuerwehrverbandes (AFV) vor.

    Das AVA überlässt nichts dem Zufall. Deshalb wurde auch die Nachfolge von Hans Ulrich Wenger frühzeitig an die Hand genommen und eine lange Übergangsfrist eingeplant. Sein Nachfolger an der Spitze der Abteilung Feuerwehrwesen, Urs Ribi, hat deshalb schon vor Monaten seine neue Stelle angetreten und sich mit den Aufgaben vertraut gemacht, die er ab 1. April 2007 zu erfüllen hat.

    Fremd ist Ribi die Feuerwehr aber beileibe nicht; er leistete seit 1980 aktiven Feuerwehrdienst im Atemschutz und war von 1998 bis 2004 Vizekommandant der Feuerwehr Hägglingen. Vor kurzem nun liess er sich im Hinblick auf seine neue Tätigkeit auch noch zum Instruktor ausbilden.

    Seinen beruflichen Werdegang hat Urs Ribi als Vermessungszeichner und Geomatiker begonnen, seine Kenntnisse dann an der eidgenössischen Vermessungstechnikerschule Zürich vertieft. Diverse Weiterbildungen als Informatiktechniker und im Bereich Betriebswirtschaft und Management bilden ein breites Fundament für seine neue Aufgabe. In den letzten fast 20 Jahren hat er sich bei den SBB vom Vermessungsdienst über die Informatikleitstelle bis zum Leiter Informatik und DIO-Officer der Divi-sion Infrastruktur emporgearbeitet.

    Die ersten Eindrücke sind positiv

    Urs Ribi äussert sich überaus lobend über die gute Einführung, die ihm an seinem neuen Arbeitsort zuteil wurde, und über den Ausbildungsstand im Kanton. Zu denken gegeben hat ihm das Stützpunktgerangel, wobei er für einzelne Reaktionen zwar Verständnis hat, im Ganzen aber hinter der neuen Organisation steht. Verbesserungspotenzial sieht er unter anderem bei den sehr aufwändigen Subventionsverfahren. Synergiepotenzial ortet auch er bei der Anzahl Feuerwehren; allerdings möchte er allfällige Fusionen nicht «mit dem Holzhammer» durchsetzen, sondern das Gespräch mit den Gemeinden suchen. «Sie sollen selber zur Einsicht gelangen, dass grössere Feuerwehren einen höheren Einsatzwert haben, da sie über mehr Ernstfallerfahrung verfügen», erklärt er. Er findet es schade, dass Geld als Druckmittel verwendet werden muss.

    Zusammenarbeit fördern

    Neben ersten Eindrücken sammelte Ribi auch erste Erfahrungen: Er nahm an Inspektionen und Instruktorenauswahlverfahren teil, kontaktierte Lieferanten von Feuerwehrmaterial (mit dem Fernziel, Einkäufe künftig gemeinsam und deshalb kostengünstiger zu tätigen) und setzte sich mit dem Bevölkerungsschutz allgemein auseinander. In diesem Bereich möchte er die Zusammenarbeit der Feuerwehr mit Polizei, Sanität und Zivilschutz fördern. Nicht rütteln will er aber am Milizsystem, das seiner Ansicht nach für die Feuerwehr ideal ist.

    Seine Visionen legte der neue Feuerwehrchef an der Delegiertenversammlung im Schulzentrum Risi in Dottikon dar. Mit einer Optimierung der Prozesse will er kürzere Entscheidungswege und eine unbürokratische Erledigung der Aufträge erreichen. Der Stellenwert der kantonalen Feuerwehralarmstelle soll ausgebaut werden. Risi schwebt eine einzige Notrufnummer vor. Die Ausbildung und Instruktion soll gezielt auf die kommenden Anforderungen, sprich den Elementarbereich, ausgerichtet werden.

    «Wir liegen im schweizerischen Vergleich an der Spitze», lobt er das Aargauer Feuerwehrwesen. Vor allem im Bereich Kommunikation sieht er aber noch Verbesserungspotenzial und verspricht, den Dialog zu fördern und ein- bis zweimal jährlich einen «Feuerwehr-Report» zu Aktualitäten herauszugeben. «Ich will damit Transparenz und Verständnis schaffen», betont er.